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Die Entwicklung der Realschule Katzenelnbogen 1959-1969
Es war ein denkwürdiger Tag in der Geschichte des Bildungswesens auf dem Einrich, als das Kommunalparlament von Katzeneinbogen Ende November 1958 beschloss, die Genehmigung zur Errichtung einer Städtischen Realschule in Katzeneinbogen zu beantragen. Der Gemeinderat folgte mit diesem Beschluss einer Initiative von Bürgermeister Stauch MdB, der die Realschule auch in den folgenden Jahren mit aller Kraft förderte. Die neue Schule sollte allen begabten Schülern aus den Gemeinden des Einrichs und teilweise auch des Umlands den Zugang zu einer weiterführenden Bildung in zumutbarer Entfernung vom Wohnort eröffnen. Viele Eltern hatten bis dahin den Besuch einer Realschule oder eines Gymnasiums wegen der langen Schulwege nach Diez oder Limburg für ihre Kinder nicht einmal in Erwägung gezogen. Am 7. April 1959 wurde die neue Schule feierlich eröffnet. Es soll nicht unerwähnt bleiben, dass die neuen Realschüler eine Aufnahmeprüfung ablegen und ihre Eltern ein Schulgeld zahlen mussten. Mit dem Aufbau und der Leitung der neuen Schule, die zunächst nur aus einer Klasse mit 27 Schülern bestand, wurde Herr Göbler betraut, der am 1. 4. 1961 zum Realschulrektor ernannt wurde. Der Aufbau der Schule war mit erheblichen organisatorischen Schwierigkeiten verbunden. So mussten die meisten auswärtigen Schüler im ersten Jahr mit dem Fahrrad zur Schule kommen. Erst in den folgenden Jahren gelang es nach und nach, auf allen Strecken Busverbindungen einzurichten. Auch manche menschlichen Widerstände und Voreingenommenheiten galt es zu überwinden. Katzenelnbogen erbrachte mit der Einrichtung und dem Ausbau der Realschule eine beachtenswerte Leistung. Um der Schule die benötigten Räume zu verschaffen, wurde für die Volksschule ein Neubau errichtet. Für den Schulleiter wurde ein Lehrerhaus erbaut. Die frühere Hauptlehrerdienstwohnung im Schulgebäude konnte damit in das Raumprogramm der Realschule einbezogen werden. Die Gemeinde stand auch darüber hinaus für ihre Realschule in vorausschauender Weise ein. Sie zahlte Stellenbeiträge für die Lehrkräfte an das Land, trug die Defizite der neuen Buslinien mit und stattete die neue Schule relativ großzügig mit Lehr- und Lernmitteln aus. Als Katzeneinbogen 1962 die 650. Wiederkehr der Verleihung der Stadtrechte und gleichzeitig die Wiederverleihung dieser Rechte feierte, war der Bestand der Realschule gesichert. Nach einem dramatischen Rückgang der Neuanmeldungen im Jahre 1960 und vor allem im Jahre 1961 wurden 1962 40 Schüler angemeldet, von denen 35 aufgenommen wurden. Neben der überall gewachsenen Einsicht in den Wert einer guten Schulbildung hatten sicher auch verbesserte äußere Bedingungen das Anwachsen der Schülerzahl begünstigt. Am 1. 1. 1962 wurde in Rheinland-Pfalz die Schulgeldfreiheit eingeführt. Außerdem konnten in diesem Jahr neue Busverbindungen zu den Orten Laufenselden, Roth und Niedertiefenbach geschaffen werden. Damit wurde die zusätzliche Belastung verringert und den Eltern der Entschluss erleichtert, ihr Kind zur Realschule zu schicken. Mit Beginn des Schuljahres 1964/65 war die Realschule Katzeneinbogen als einzügige Realschule voll ausgebaut. 126 Schüler besuchten zu diesem Zeitpunkt die Schule, 71 Jungen und 55 Mädchen. Seit diesem Schuljahr führen alle öffentlichen Realschulen in Rheinland-Pfalz die Bezeichnung Staatliche Realschule. Am 1. Januar 1965 übernahm der Unterlahnkreis die Schulträgerschaft. Anfang März 1965 wurde Herr Baumann zum Realschulkonrektor ernannt und in sein Amt eingeführt. Am 26. März 1965 wurde der erste Schülerjahrgang der Realschule entlassen. Von 14 Schülern, die den Realschulabschluss erreicht hatten, gingen fünf unmittelbar in die Berufsausbildung, neun Schüler in eine weitere schulische Ausbildung, davon sechs in die Oberstufe des Gymnasiums. Zum Vergleich hier die Zahlen von 1973 und 1983: 1973: acht Schüler gehen in die Berufsausbildung, 15 Schüler in eine weitere schulische Ausbildung (14 zur Oberstufe des Gymnasiums bzw. des Wirtschaftsgymnasiums oder der Fachoberschule) 1983: 22 von 47 Schülern gehen unmittelbar in den Beruf, 25 Schüler gehen zu weiter-führenden Schulen, davon 14 in eine gymnasiale Oberstufe. An diesen Zahlen wird die Doppelfunktion der Realschule Katzeneinbogen deutlich: Sie vermittelt mit dem Realschulabschluss eine weiterführende Bildung, die einen qualifizierten Zugang zur Berufswelt eröffnet, und sie ermöglicht außerdem vielen jungen Menschen den Zugang zur Sekundarstufe II (Oberstufe des Gymnasiums, Fachoberschule u.ä.). Sie leistet damit einen wesentlichen Beitrag zur Verwirklichung der Chancengleichheit zwischen Stadt und Land. Im Sommer 1966 verließ Herr Göbler, der die Schule durch die schwierige Aufbauphase geführt hatte, die Realschule Katzeneinbogen, um in den Kirchendienst einzutreten. Er übernahm das Amt eines katechemischen Studienleiters der evangelischen Kirche in Rheinhessen. Herr Göbler wurde am 22. August 1966 von Regierungsdirektor Blum, der dem Scheidenden für seine unermüdliche Arbeit im Dienst der Schule dankte, aus dem Schuldienst verabschiedet. Die folgenden Monate wurden für Realschulkonrektor Baumann und das Kollegium zu einer harten Belastung. Die beiden Kurzschuljahre erforderten von allen einen erhöhten Einsatz, die Besetzung der Schulleiterstelle verzögerte sich von Monat zu Monat, und durch längere Krankheit eines Kollegen und durch Unterbesetzung entstanden zusätzliche Schwierigkeiten. Mit Wirkung vom 1. Mai 1967 wurde Herr Menche die Leitung der Schule übertragen. Da die vorhandenen Räume längst nicht mehr ausreichten, wurden Pläne für den Umbau des Gebäudes und für einen Anbau mit mehreren Klassen- und Fachräumen ausgearbeitet. Im Zuge der Verwaltungsreform wurde der Regierungsbezirk Montabaur mit dem Regierungsbezirk Koblenz vereinigt und der Unterlahnkreis mit dem Loreleykreis zum Rhein-Lahn-Kreis zusammengefasst. Da zunächst nicht feststand, dass Katzeneinbogen Sitz einer Verbandsgemeindeverwaltung und Standort einer Hauptschule werden sollte, wurden alle Um-, Ausbau- und Neubaupläne zurückgestellt. Die Raumnot der Schulen in Katzeneinbogen stieg ins Unerträgliche. In der ehemaligen Hausmeisterwohnung der Realschule wurde ein provisorischer Klassenraum eingerichtet. Schließlich mussten zwei Klassen in Räumen der Landwirtschafts- schule untergebracht werden.
Die Entwicklung der Realschule Katzenelnbogen 1969-1983Ein im Februar 1970 gegründeter Aktionsausschuss, dessen Vorsitz Dr. Dillenberger übernahm, drängte die Verantwortlichen in Kreis, Bezirk und Land nachdrücklich, die notwendigen Entscheidungen zu treffen. Im Herbst 1970 wurde von der Stadt Katzenelnbogen die Erstellung eines Raumprogrammes für ein Schulzentrum mit Realschule und Hauptschule beantragt. Es bedurfte noch vieler Anstrengungen aller Betroffenen, bis die Landesregierung am 21.3.73 auf einem Informations- und Ausspracheabend im Saalbau Biehl durch Staatsminister Otto Meyer erklären ließ, dass im Frühjahr 1974 mit dem Bau eines Schulzentrums begonnen werden könne. In den folgenden Jahren setzen sich vor allem Herr Menche und Herr Baumann unermüdlich dafür ein, dass das Raumprogramm und später die Ausgestaltung und die Ausstattung des Neubaus unseren Vorstellungen und Bedürfnissen entsprachen. Besonderer Anstrengungen bedurfte es dabei, die Wünsche der Lehrerschaft für die Umgestaltung des Innenhofs des Fachtraktes zu einem überdachten Feierraum durchzusetzen. Dies wurde schließlich dadurch möglich, dass der Verbandsgemeinderat einstimmig beschloss, die Mehrkosten für den Atriumausbau zu übernehmen. Verbandsbürgermeister Diehm und den Mitgliedern des Verbandsgemeinderates gebührt hierfür Dank. Auf den Bau der Sporthalle sollte zunächst verzichtet werden. Mit der Unterstützung durch Minister Meyer gelang es aber, den Sporthallenbau in ein Konjunkturprogramm zur Förderung der Bauwirtschaft einzubringen, so dass auch die Sporthalle noch im Jahre 1976 errichtet werden konnte. Am Freitag, dem 17. September 1976, wurde das Schulzentrum Katzenelnbogen feierlich seiner Bestimmung übergeben. In seiner Festansprache bekannte sich Minister Otto Meyer zur Partnerschaft zwischen Elternhaus und Schule und sprach sich für ein gegliedertes Schulwesen aus. Zum Schuljahr 1971/72 wurden mehr als 50 Schülerinnen und Schüler angemeldet, daher mussten zwei Eingangsklassen gebildet werden. Als diese Schüler 1976 in die 10. Klasse eintraten, war der Ausbau der Zweizügigkeit abgeschlossen. Zum Schuljahr 1977/78 besuchten 312 Schülerinnen und Schüler die Realschule Katzenelnbogen. Die Schülerzahl stieg in den folgenden Schuljahren noch leicht auf 345 Schüler im Schuljahr 1982/83 an.
Die Entwicklung der Realschule Katzenelnbogen 1983-1990 Im März 1983 wurde Herr Menche, dem zum 1.3.1983 die Leitung der Realschule Nastätten übertragen wurde, in einer Feierstunde in der Aula des Schulzentrums verabschiedet. Seine Praxisnähe, seine Integrationsfähigkeit und seine Ausgeglichenheit haben wesentlich dazu beigetragen, dass ein gutes schulisches und menschliches Klima an der Realschule herrschte. Zum zweiten Mal in der kurzen Geschichte der Realschule mussten nun Herr Baumann und das Kollegium für Monate die Mehrbelastung einer Interimszeit durchstehen. Im November 1983 trat Herbert Grunwald als neuer Schulleiter seinen Dienst an der Realschule Katzenelnbogen an. Am 16.1.1984 wurde er offiziell von Herr Simonis, dem Vertreter der Bezirksregierung Koblenz, in sein Amt eingeführt. Die zweite Hälfte des Schuljahres 1983/84 stand ganz im Zeichen der Vorbereitung der Feier zum 25-jährigen Bestehen der Realschule Katzenelnbogen. Der Einsatz aller beteiligten Gruppen war vorbildlich. Besonders hervorzuheben ist das Engagement der Eltern, die zusammen mit den Lehrern an vielen Abenden in den Werkräumen des Schulzentrums tätig waren, um die geplante Ausstellung durch kunsthandwerkliche Produkte zu bereichern. Diese Bereitschaft der Eltern, sich für die Schule ihrer Kinder einzusetzen, führte zur Gründung des Fördervereins der Realschule Katzenelnbogen. Die Veranstaltung zur Feier des Jubiläums fanden vom 17.5. bis 19.5.1984 statt. Den Höhepunkt bildete das Abendprogramm mit seinen vielfältigen Darbietungen. Der Zuspruch war so rege, dass das Atrium nicht alle Besucher fassen konnte. Viele ehemalige Schülerinnen und Schüler waren gekommen, um Erinnerungen an ihre Realschulzeit auszutauschen und mit ihren Lehrern noch einmal erfreuliche und unerfreuliche Situationen ihrer schulischen Vergangenheit nachzuerleben. Die Gespräche mit Herrn Scheel, jetzt Vertreter der Bezirksregierung, früher ein Lehrer aus der Gründerzeit der Realschule, zogen sich bis tief in die Nacht hinein. Das finanzielle Fazit aus diesen Jubiläumstagen sah folgendermaßen aus:Umsatz ca. 14.400,-- DM, Unkosten ca. 9.500,-- DM, blieb ein Überschuss von ca. 4.900,-- DM. Die Mittel wurden zum Teil für die Afrikahilfe, zum Teil für schulische Zwecke verwendet.Das Schuljahr 1984/85 verlief im Vergleich zum Vorjahr etwas ruhiger. Zu Beginn weilte im August eine englische Schülergruppe aus Roade im Einrich. Das Kollegium sprach sich mehrheitlich für eine Fortsetzung des Austausches aus. Als günstige Termine für eine Fahrt nach England wurde die Zeit kurz vor oder nach den Sommerferien genannt. Die Dauer des Aufenthaltes sollte sich auf 10 bis 11 Tage beschränken. Folgende Themen wurden bei Dienstbesprechungen und Konferenzen behandelt: Einführung der 5-Tage-Woche für die Klassen 5 und 6. Nach 25 Jahres Realschule Katzenelnbogen stellte sich das Kollegium die Frage, welches Bild haben wir von der Realschule Katzenelnbogen. Welche Leitlinien, welche Prinzipien gelten, was hat sich in der Zeit geändert? Wie sehen wir selbst unsere Schule? Zwei neue Schlagwörter tauchten auf: Prävention von Suchtverhalten und Einsatz des Computers im Unterricht. In einem Referat informierte Herr Scholl über die Thematik der Prävention zum Suchtverhalten und Herr Baumann, der Computerfachmann informierte über die sich abzeichnende Tendenz der Herrschaft des Computers mit seinem Referat "Einsatz des Computers im Unterricht". Diese beiden Themen sollten in den nächsten Jahren noch oft das Kollegium beschäftigen und sie haben bis zum heutigen Tag ihre Aktualität nicht verloren. Mit der Gründung einer Schülerzeitung, sie erhielt den Titel "Kaktus", versuchten die Schüler Interessen der anderen Schüler zu wecken, um sich zur Situation in der Schule, zum Verhältnis Schüler - Lehrer, Schüler - Schüler und zu Themen, die auch im weiteren Bereich die Schule berührten, zu äußern. Zu Beginn des Schuljahres 1985/86, bei der ersten Dienstbesprechung am 15.8.1985, begrüßte der Schulleiter einen neuen Kollegen, Herrn Scheid. Herr Scheid kam als Fachlehrer für Musik. Er hat insbesondere sich auf die Chorarbeit konzentriert und im Laufe der Jahre hervorragendes geleistet. Mit dem neuen Schuljahr trat auch ein neues Schulgesetz in Kraft. U. a. wurde das Prinzip der Sexualerziehung als fächerübergreifendes Unterrichtsthema definiert. Am 11.10.1985 fand ein Schülerfest statt, das gemeinsam von den Schülern der Hauptschule und der Realschule ausgerichtet wurde. Auch in diesem Jahr beteiligte sich die Realschule am Weihnachtsmarkt von Katzenelnbogen. Im Mittelpunkt der pädagogischen Reflexion dieses Schuljahres standen folgende Themen:1. Sexualerziehung 2. die pädagogische Arbeit des Klassenlehrers 3. die SMV-ArbeitDas letzte Thema wurde auf einer Gesamtkonferenz mit den Herren Scheel und Simonis am 21.2.1986 behandelt. Um sich auch inhaltlich mit diesem Thema sachkundiger und fundierter auseinandersetzen zu können, wurde ein Studientag zum Thema SMV angeregt. Die SMV-Arbeit wurde als pädagogisches Potential begriffen, das man nicht ungenutzt brach liegen lassen sollte. Am 11.10.1986 wurde Dr. Schaefer verabschiedet. Er wechselte als Schulleiter an die Realschule Nassau. Dr. Schaefer zählte zu den Kollegen aus der Gründerzeit der Realschule Katzenelnbogen. Er hatte sich mit besonderem Engagement dem Austausch mit England gewidmet. Im Schuljahr 1986/87 begann auch die Chorarbeit von Herrn Scheid konkrete Formen anzunehmen. Vom 26. - 27.9. fand eine Chorfreizeit in Kirchähr statt. Am Weihnachtsmarkt bereicherte der Schulchor das Angebot für die Katzenelnbogener Besucher mit seinem Auftritt. Die SMV von Hauptschule und Realschule organisierte zur Fastnachtszeit eine gemeinsame Karnevalsveranstaltung im Atrium. Im Schulzentrum nahmen im Schuljahr 86/87 Raumprobleme konkrete Formen an. Die Raumprobleme ergaben sich einmal durch die steigenden Schülerzahlen, zum anderen durch das neue Unterrichtsfach ITG (Informationstechnische Grundbildung). Benötigt wurde ein Computerraum. Es gab folgende Überlegungen: Aus dem Sprachlabor einen Computerraum zu machen, den Filmraum in zwei Klassen aufzuteilen und aus dem TG-Saal einen Klassenraum für die Hauptschule herzurichten. Zur Qualitätssteigerung von Unterricht wurden von der Bezirksregierung sogenannte Fachberater eingesetzt. Es handelt sich hier um Kolleginnen und Kollegen, die auf Wunsch an die einzelnen Schulen gehen, um Fachkonferenzen zu beraten und über effektive Arbeit in den einzelnen Unterrichtsfächern zu informieren. Zu Beginn des Schuljahres 1987/88 konnte der Schulleiter drei neue Kollegen begrüßen: Frau Bauch, Frau Kremer und Herrn Vent. Das Schuljahr 87/88 brachte für die Realschule bedeutende Neuerungen. Die Stichworte waren: Betriebspraktikum, Projektwoche und Austausch mit Frankreich. Mit dem Betriebspraktikum, das in den Klassen 9 durchgeführt werden sollte, war beabsichtigt den Schülern bei der Orientierung für die spätere Berufswahl Hilfestellung zu leisten. Die Schüler sollen im Betriebspraktikum Einblicke in einen Betrieb und damit in einen Beruf erhalten und sich gleichzeitig die Frage stellen können, ob dieser Beruf, den sie in diesem Praktikum kennen lernen, für sie ein geeigneter Beruf wäre. Herr Wolf erklärte sich bereit, sich mit dieser Thematik zu befassen und die Organisation zu übernehmen. Das Stichwort Projektwoche kennzeichnet eine neue Form von Unterricht. Die Schüler entscheiden sich aus eigenem Antrieb für ein bestimmtes Projekt oder für ein bestimmtes Angebot, mit dem sie sich einige Tage, max. eine Woche, beschäftigen. Das Ergebnis ihrer Arbeit soll an einem Präsentationstag vorgestellt werden. Das Kollegium beschloss, sich mit einem Studientag auf dieses Thema vorzubereiten. Das geplante Austausch mit Frankreich führte zu einer lebhaften Diskussion im Kollegium. Der Anlass ergab sich rein zufällig. Ein Collège aus Serres und ein Collège aus dem Burgund waren interessiert mit der Realschule in Katzenelnbogen einen Austausch zu beginnen. Das Ergebnis der Abstimmung für einen Austausch mit Frankreich fiel äußerst knapp aus. Mit 10 : 9 entschied man sich, einen Austausch mit Frankreich zu wagen. Dabei fiel die Wahl auf Serres, eine kleine Stadt in den Hautes-Alpes, gelegen zwischen Grenoble und Marseilles, denn diese Stadt wollte auch mit Katzenelnbogen eine Städtepartnerschaft eingehen. Das gab den Ausschlag. Das Kollegium entschied sich für einen Schüleraustausch mit dem Collège Serres. Weil Serres selber nur über eine geringe Zahl von Schülern verfügte, die Deutsch lernten, wurden in diesen Austausch die Schulen von Laragne und Veynes mit einbezogen. Am 6.9.1988 fand dann der Studientag zum Thema Projektwoche statt. Als Referenten hatte die Schule Herrn Hilgers gewonnen. Vom 23.4. - 30.4.1989 weilte eine französische Schülergruppe im Einrich. Damit begann der Austausche zwischen der Realschule Katzenelnbogen und den drei Schulen von Serres, Laragne und Veynes. Der Gegenbesuch der deutschen Schüler wurde für April 1990 geplant.
Die Entwicklung der Realschule Katzenelnbogen 1990-1997 (G.KLEUDGEN - H.GRUNWALD - W.PETERS)
Im Schuljahr 89/90 bildeten folgende Themen die Schwerpunkte: 1. die 5-Tage-Woche 2. die Namensgebung für die Realschule Katzenelnbogen 3. die Fahrt nach Frankreich 4. Informationstechnische Grundbildung 5. Schlüsselqualifikation Die Entwicklung der Realschule Katzenelnbogen 1997-2002Es dauerte fast zwei Jahre bis die Schulleitung wieder vollständig war und Herr Peters, der die Schule die ganze Zeit kommissarisch geleitet hatte, im Mai 1999 zum neuen Rektor ernannt wurde. Kurz zuvor war Hubert Fuchs in den Einrich versetzt worden, um die Stelle des stellvertretenden Schulleiters wahrzunehmen. Eltern und Schüler setzten sich immer unterstützend für ihre Realschule im Einrich ein. Dies galt nicht nur bei diversen Schulfesten! Als Ende der 90er Jahre der Unterrichtsausfall beträchtliche Ausmaße annahm, setzte sich vor allem der Schulelternbeirat unter Führung des damaligen Schulelternsprechers Herrn Maxeiner mit den verschiedensten Aktionen dafür ein, die Unterrichtssituation der Schüler zu verbessern. Zum Ausgang des Jahrtausends hatte es nicht nur in Katzenelnbogen, sondern landesweit große Probleme in der Lehrerversorgung gegeben. Über mehrere Jahre hinweg mussten die Schulen ein Defizit von durchschnittlich 2 - 3% verkraften. Dies führte naturgemäß auch im Einrich dazu, dass eine Unzufriedenheit mit der Schulsituation spürbar wurde. Auf mehreren Veranstaltungen, die z.T. von der Verbandsgemeinde initiiert wurden, sollte die Entwicklung des Schulstandortes Katzenelnbogen diskutiert werden. Ganztagsschule oder Regionale Schule waren Modelle die zur Sprache kamen. Allerdings waren Haupt- und Realschule einig, das gegliederte System weiterzuführen und die hohe Akzeptanz der Schulabgänger beider Schularten wurde als Signal verstanden dieses bewährte Schulsystem beizubehalten. In den Konferenzen gab es in diesen Jahren Gespräche über Unterrichtsentwicklung und die Erziehungsarbeit an unserer Schule. Das Unterrichtsfach "Textverarbeitung" wurde verpflichtend für die Klassenstufen 7 - 9 eingeführt, im Wahlpflichtfachbereich machte sich Frau Sandra Müller um das Fach "Sport und Gesundheit" verdient. Das Fach "Soziapädagogik" unter Leitung von Frau Seitz-Müller und Frau Hennen bemüht sich in besonderem Maße um eine ansprechende Gestaltung des Schulgebäudes. So versucht die Realschule immer wieder auf Entwicklungen und Strömungen in der Gesellschaft einzugehen und unsere Schüler positiv darauf einzustellen. Die Gesellschaft befindet sich im Umbruch und die Schule muss ihren Schülern das entsprechende "Handwerkszeug" zur Verfügung stellen. Am Freitag, dem 20.10.2000 fuhr die gesamte Schule mit über 380 Schülern, Lehrern und Eltern zur EXPO nach Hannover. Ein beeindruckender Tag! Das 25-jährige Jubiläum des Schulzentrums im September 2001 musste nun auch schon vorbereitet werden. Ein Kalender, eine Festschrift und eine Großveranstaltung am 23.September wurden geplant. In einem offiziellen Festakt mit vielen geladenen Gästen wurden die Leistungen und die gesellschaftliche Stellung beider Schulen gewürdigt. Das am folgenden Tag stattfindende Schulfest war ein rauschendes Fest mit vielen großartigen Ausstellungen, Präsentationen und Vorführungen. Die Berufsvorbereitung war und ist ein wichtiges Thema für die Realschule. Auf Initiative von Frau Hennen wurde im Jahr 2000 damit begonnen, Schülern und Eltern einen Berufsinformationsabend anzubieten. An diesem Abend haben Vertreter unterschiedlichster Wirtschaftszweige Gelegenheit ihr Berufsbild vorzustellen mit dem Ziel Auszubildende zu gewinnen. Es scheint sich allerdings an unserer Schule ein Trend herauszukristallisieren, dass die Mehrheit der Schüler eher auf eine weiterführende Schule geht, als eine Ausbildung zu beginnen. Zum Ende des Schuljahres 2002 meldeten sich 38 Schüler bei anderen Schulen an, 24 Schüler unterschrieben einen Ausbildungsvertrag. Die Schülerzahlen sind in den Jahren seit 1999 zurückgegangen: Nach einem Höchststand von 437 Schülern im Schuljahr 1997/98 hat sich nun die Schülerzahl auf 347 reduziert. Die Gründe liegen wohl in der besseren Verkehrsanbindung des Gymnasiums in Diez, an der abnehmenden Akzeptanz vor allem neuer Bevölkerungsschichten in der Verbandsgemeinde, die diese traditionelle Bindung an IHRE Schule nicht mehr haben und sicherlich auch an den im Umfeld auftretenden Änderungen in der Schullandschaft. Während über Jahre hinweg etliche Schüler aus Hessen den Weg nach Katzenelnbogen gefunden hatten, so bleiben diese heute aus, da auch in diesem Bundesland schulpolitische Änderungen greifen. Schule wird nach unserer Vorstellung wegen der veränderten gesellschaftlichen Verhältnisse in den nächsten Jahren mehr Erziehungsarbeit zu leisten haben, aber sie wird auch die ihr anvertrauten Schüler zunehmend anders qualifizieren müssen, um sie auf das Leben nach der Schule sinnvoll vorzubereiten. Globalisierung, Schlüsselqualifikationen, Wertevermittlung sind Stichwörter, die Bildungspolitik beeinflussen und ihre Spuren auch an der Realschule Katzenelnbogen hinterlassen werden. |