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Präsentation Neuntklässler stellten ihre Arbeitserfahrungen des vergangenen Jahres vor

Von der Rhein-Lahn-Zeitung Redakteurin Dagmar Schweickert

Katzenelnbogen. Die Aufregung stand den Neuntklässlern ins Gesicht geschrieben, aber am Ende meisterten es alle souverän, vor mehr als hundert Zuhörern über ihre Erfahrungen beim Praxistag zu berichten.

Beim Präsentationsabend der Realschule plus/FOS im Einrich stellten die Absolventen des Berufsreifezweigs, die ihren Schulabschluss in der neunten Klasse machen, vor, was sie beim wöchentlichen Praxistag gelernt haben.

Nach einem zweiwöchigen Praktikum hatten sie alle einmal pro Woche ins Berufsleben geschnuppert. Vom Optiker über Maler, eine Kindertagesstätte bis zum Einzelhandel oder Energieelektroniker reichten die Berufe, in denen die Jugendlichen Erfahrungen sammelten. Und genau die stellten sie mit Vorträgen, an Infoständen sowie in Gesprächen mit den Besuchern und bei einer Diskussionsrunde vor.

Moderiert wurde der Abend von Diana Bruch, die den Praxistag als Lehrerin begleitet hatte. Sie begrüßte im voll besetzten Atrium Eltern, Schüler der neunten, aber auch der achten Klassen sowie Vertreter zahlreicher Betriebe und dankte den Betrieben, die die Schüler ein Jahr lang jeden Dienstag in die Arbeit eingebunden haben. „Wir wissen, dass das oft nicht einfach ist für die Betriebe“, meinte sie.

Gleichzeitig sei es eine wichtige Erfahrung für die Schüler, um sich für das Berufsleben zu orientieren. Sie freute sich, dass es nur wenige „Wechsler“ gab und erläuterte, dass ein Wechsel manchmal damit zu tun gehabt habe, dass die Schüler sich entschieden hätten, nach der neunten Klasse einen weiteren Schulabschluss zu machen.

Sie dankte den Eltern, die viele Fahrdienste für die Jugendlichen übernommen und sie auch anderweitig bei der beruflichen Orientierung unterstützt hatten. Sie dankte den Schülern, die zuverlässig durchgehalten und den Praxistag in den meisten Fällen effektiv genutzt hatten – sei es, um genau diesen Beruf später zu erlernen, oder auch, um zu erkennen, dass genau diese Richtung nicht die optimale Wahl wäre. Auch die Berufseinstiegsberater hätten eine große Rolle gespielt, da sie die Schüler gut auf ihrem Weg zu Ausbildungsplätzen begleitet hätten. Eine sehr gute Erfahrung des Praxistages sei die Zusammenarbeit der Betriebe und der Schule: So hätten viele Unternehmen signalisiert, dass sie Auszubildende suchen. Aus manchen Praxistagkontakten wurde sogar ein Ausbildungsvertrag. Manche Unternehmen jedoch müssten weitersuchen, weil ihre Schützlinge sich entschieden hätten, weiter die Schule zu besuchen. Rektor Rüdiger Klotz erklärte am Rande der Veranstaltung, der Praxistag habe den Vorteil, dass sich Unternehmen und Schüler ein Jahr lang kennenlernen können. So hätten auch Schüler mit schlechten Noten die Möglichkeit, im praktischen Bereich eine gute „Visitenkarte“ abzuliefern.

Rh.-Lahn-Ztg. Diez vom Donnerstag, 2. Juli 2015, Seite 14