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Wir, die Klassen 10 der Realschule plus und FOS im Einrich, machten am 16.11.2016 einen Ausflug zur Gedenkstätte nach Hadamar. An diesem Tag zeigte sich das Wetter grau und verregnet – eigentlich passend für einen Besuch an dem Ort, wo während des Zweiten Weltkrieges zahlreiche Menschen in der hauseigenen Gaskammer oder durch Medikamente getötet wurden. An der Gedenkstätte angekommen, wurden wir in einen der ehemaligen Verwaltungsräume geführt, wo die „Patienten“ in Empfang genommen, von Ärzten begutachtet, fotografiert und registriert wurden. Heute dienen diese Räume als Seminarräume, in denen die Besucher viel Wissenswertes über die damaligen Machenschaften in Hadamar erfahren können. Auch wir lernten viel über den Holocaust im Allgemeinen und die Verwendung der Landesheilanstalt Hadamar zu Euthanasiezwecken.

Nach dem informativen Vortrag gingen wir gemeinsam in die ehemalige Busgarage, wo früher die „grauen Busse“ ankamen und die Patienten ablieferten. Die Busgarage wurde Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg wiedergefunden und als Gedenkstätte wieder aufgebaut. Nach ihrer Ankunft durften die Patienten die Busse erst verlassen, wenn alle Tore geschlossen waren. Sie verließen die Garage dann über einen abgesperrten Gang, der sie direkt und ohne Kontakt zur Außenwelt ins Hauptgebäude brachte. Als wir in der kalten Busgarage standen, überkam uns alle ein beklemmendes Gefühl, da wir uns für einen Moment gut in die Situation der Patienten hineinversetzen konnten.Busgarage Hadamar

Im Anschluss gingen wir in das Hauptgebäude, wo eine Ausstellung uns weitere Informationen über die verschiedenen Mordphasen und persönlichen Schicksale der Opfer vermittelte. Der traurige Höhepunkt unseres Besuchs in Hadamar war aber die Besichtigung des Kellers der ehemaligen Landesheilanstalt. Dort befanden sich zur NS-Zeit zwei Verbrennungsöfen, in denen die Leichen verbrannt wurden, und eine Gaskammer. Allerdings wurde all dies nach der ersten Mordphase wieder abmontiert und zurückgebaut. Im Keller überkam uns alle ein schauerliches Gefühl, denn wir konnten, zumindest ansatzweise, nachvollziehen, welche Stimmung damals in den Räumen, in denen Menschen vergast und anschließend verbrannt wurden, geherrscht haben musste.

Kaum einer der „Patienten“ verließ die Landesheilanstalt lebend, doch immerhin wurde den Angehörigen ein sogenannter Trostbrief geschickt. In diesen Briefen wurde die Todesursache allerdings gefälscht und der Todeszeitpunkt geändert, um jeden Verdacht von der Landesheilanstalt zu lenken. Forderten die Angehörigen die Asche ihres verstorbenen Verwandten an, bekamen sie in den allermeisten Fällen nicht dessen tatsächliche Asche, sondern unbestimmbare Asche aus den Verbrennungsöfen.

Im Anschluss an unseren Rundgang stellten wir im Seminarraum eine fiktive Gerichtsverhandlung nach, in der uns bewusst wurde, dass alle Beteiligten die Schuld nie bei sich selbst, sondern immer bei anderen sahen. Dadurch ist eine klare Schuldzuweisung für die grausamen Morde in der Landesheilanstalt Hadamar kaum möglich.

Für uns alle war der Ausflug in die Gedenkstätte Hadamar ein interessanter und lehrreicher Einblick in einen furchtbaren Abschnitt der deutschen Geschichte, der sich hoffentlich nie wiederholen wird.

Jan Müller, 10cM

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